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Baumarkt-Anhänger: Fahrtipps vom ADAC

Großer Parkplatz vor einem Baumarkt

Eigentlich ist das ja eine praktische Sache: Hat man einmal mehr vom Baumarkt nach Hause zu transportieren, als das eigene Auto fasst, kann man sich in vielen Märkten einen Anhänger ausleihen. Und diese Situation ist schneller da, als man denkt: Schon die Fliesen für eine größere Renovierungsaktion können einen Pkw überladen, und sperrige Güter passen oft nicht ins Gepäckabteil. Wer sich da zufrieden auf die Schulter klopft, weil er sein Auto für alle Fälle mit Anhängerkupplung geordert hat, kann jedoch auf der Heimfahrt böse Überraschungen erleben. Der ADAC hat das in Fahrversuchen ausprobiert und gibt Tipps zum sicheren Fahren mit dem Hänger.



ADAC-Logo
Grundsätzlich muss man damit rechnen, dass sich durch die zusätzliche Masse der Bremsweg verlängert. Und natürlich erfordert das Fahrverhalten eines Gespanns auch eine gewisse Eingewöhnung. Das ist ganz normal, und man kann das in den Griff bekommen, indem man besonders vorausschauend fährt, Hektik beim Gasgeben, Lenken und Bremsen vermeidet und immer an die zusätzlichen Meter hinter dem Auto denkt.

Beladener Anhänger hinter einem Pkw
Unangenehm wird die Sache dann, wenn man den Anhänger falsch belädt. Zunächst ist beim Hängerbetrieb an das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers und an die erlaubte Anhängelast des Zugfahrzeugs zu denken. Beides ist auf den Typenschildern der Hänger und in den Fahrzeugpapieren zu finden. Überlädt man einen Anhänger, dann verlängert sich der Bremsweg zusätzlich.

Außerdem fährt das Gespann dann deutlich instabiler. Der ADAC konnte in seinen Fahrtests beobachten, dass schon ein um 30 kg überladener Anhänger das Stabilitätsprogramm (ESP) des Zugfahrzeugs überforderte: Bei einem Ausweichmanöver geriet der Anhänger derart ins Schleudern, dass er mit dem Heck des Pkw kollidierte.

Wie schnell das geschieht, hängt auch von der Lastverteilung ab. Dabei spielt zum einen die zulässige Stützlast eine Rolle.
Pkw mit Anhänger gerät ins Schleudern
Das ist das Gewicht, mit dem der Hänger die Anhängerkupplung des Zugfahrzeugs senkrecht belastet. Die erlaubten Massen sind sowohl am Hänger als auch in den Pkw-Papieren vermerkt und sollten nicht überschritten werden.

Wer aber nun glaubt, man könne diese Frage dadurch lösen, dass man die Ladung im Hänger hinten konzentriert, der täuscht sich gewaltig. Wird ein einachsiger Hänger auf diese Weise bei insgesamt (zu) hohem Gewicht beladen, entlastet man damit die Hinterachse des Zugfahrzeugs. Und das führt nicht etwa zu mehr Stabilität, sondern bringt das gesamte Gespann aus der Balance. Das Fahrverhalten wird instabil bis unberechenbar. Sehr anschaulich ist das in einem Video zu sehen, das der ADAC bei seinen Fahrversuchen gedreht hat:



Dass die Überladung von Anhängern kein Spaß ist, wird auch an den dafür fälligen Strafen erkennbar. Bei Anhängern unter 2 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht ist die Polizei noch einigermaßen tolerant – bis zu 5% Überladung haben hier noch keine finanziellen Konsequenzen. Anders sieht das bei schwereren Anhängern aus: 5% zu viel kosten bereits 30 Euro. Richtig teuer werden jedoch in jedem Fall massive Überladungen ab 30%. Dafür sind mindestens 235 Euro Geldbuße fällig, und 3 Punkte auf dem Flensburger Konto gibt’s obendrauf.


Fazit: 5 wichtige Regeln


Im eigenen Interesse und auch mit Rücksicht auf andere sollte man also folgende Grundsätze beachten:
Der Anhänger darf nicht überladen werden.
Die zulässige Stützlast ist ebenfalls einzuhalten.
Die Ladung sollte gleichmäßig verteilt werden.
Die Ladung muss zuverlässig gesichert werden.
Das eigene Fahrverhalten ist an das zusätzliche Gewicht und die zusätzliche Länge anzupassen.

Bei der Gelegenheit noch ein Tipp: Achten Sie beim Gespannfahren besonders sorgfältig auf den korrekten Reifendruck, sowohl beim Hänger als auch beim Zugfahrzeug. Denn auch er spielt für die Fahrstabilität eine nicht zu unterschätzende Rolle. [ha]


Fotos: ADAC, OBI; Logo: ADAC
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