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Feuchte Keller – Ursachen suchen

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Feuchte Kellerwände trockenlegen – dafür wird eine Vielzahl von Anstrichen, Imprägnierungen und technischen Lösungen angeboten, und oft versprechen die Hersteller und Fachbetriebe wahre Wunder. Dabei ist es jedoch am wichtigsten, zunächst einmal die Quelle der Durchfeuchtung aufzuspüren, denn wenn man die Ursache eines Wassereinbruchs nicht kennt, kuriert man nicht selten nur an Symptomen herum und gibt viel Geld für reine Kosmetik aus. Der TÜV Süd nennt jetzt eine Reihe möglicher Schadensursachen und gibt Tipps zu Diagnose und Behandlung.



Die erste Frage, die man klären sollte, lautet: Kommt das Wasser von außen oder von innen. Es ist gar nicht so selten, dass das Mauerwerk vollkommen dicht und intakt ist, die Wände im Keller aber durch Kondenswasser feucht werden. Ursache dafür ist ein alltäglicher physikalischer Effekt: Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf aufnehmen als kalte Luft. Gelangt nun warme, feuchte Luft in den Keller, kühlt sie an den oft kalten Wänden ab, der Wasserdampf kondensiert zu flüssigem Wasser – die Wand wird feucht.

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In dieser Situation kann man recht einfache Maßnahmen ergreifen. Ein wichtiger Grundsatz: Im Sommer nicht unnötig den Keller lüften! Dann nämlich ist die Temperaturdifferenz zwischen Kellerwänden und der einströmenden Luft am größten, und die Gefahr der Kondenswasserbildung steigt deutlich an. Wenn Sie also in der warmen Jahreszeit lüften, sollte das eher in den kühlen Nachtstunden und bei niedriger Luftfeuchtigkeit erfolgen.

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Als weitere Schutzmaßnahme kann man im Keller auf Anstriche mit Kunststoff-Farben verzichten. Sie nämlich nehmen den mineralischen Wandbaustoffen einiges von ihrer Fähigkeit zur Wasseraufnahme und -speicherung. Deshalb ist es auch bei kondensierender Feuchtigkeit zuweilen fatal, die Wand mit einer Imprägnierung von innen abzudichten. Das führt dann nur dazu, dass das Wasser flüssig auf der Wand bleibt und das Schimmelwachstum fördert. Wäre es dagegen in Baustoffen wie etwa Gipsputz kristallin gebunden, würde es irgendwann bei sinkender Luftfeuchtigkeit einfach wieder an die Raumluft abgegeben und ließe sich durch Lüften abführen.

Denkbar wäre prinzipiell auch eine Außendämmung der Kellerwände, man bezeichnet sie auch als Perimeterdämmung. Das ist allerdings eine aufwendige Angelegenheit, die sich oft nur lohnt, wenn ohnehin beispielsweise eine neue Außenabdichtung angebracht oder eine Drainage angelegt werden muss.

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Die kann bei drückendem Wasser erforderlich werden. Das entsteht so: Das Erdreich rund ums Haus besteht nicht selten aus verschieden dichten Erdschichten. In manchen versickert das Wasser sehr schnell, in anderen kaum. Auf diesen Schichten sammelt sich dann sogenanntes Schichtenwasser, das je nach Bodenverhältnissen gegen die Kellerwand fließt und sie durchfeuchtet.

Die Wand sollte dann außen abgedichtet werden. Dazu muss man das Erdreich an den Kelleraußenwänden aufgraben und kann die Gelegenheit auch nutzen, die Kellerwände von außen zu dämmen. Ist keine Drainage vorhanden, kann man sie dann ebenfalls anlegen. Bei diesen Arbeiten sollte man sich jedoch fachlichen Rat holen, um wirklich einen dauerhaft wirksamen Schutz gegen drückendes Wasser anzulegen. Sprechen Sie am besten mit einem Bauingenieur, der auch Erfahrung im Tiefbau hat.

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Den sollten Sie auch heranziehen, wenn Wasser durch die Lichtschächte von Kellerfenstern eindringt. Ursache dafür kann beispielsweise eine überforderte Drainage nach starken Regenfällen oder sich an Hanggrundstücken sammelndes Sickerwasser sein. Der TÜV Süd empfiehlt die Überprüfung und Spülung von Drainagen alle zehn Jahre. Mit einem Baufachmann zusammen kann man überprüfen, ob Mängel in der Bauausführung bestehen – er wird dann Hinweise zur Verbesserung geben.

Neben dem oben erwähnten Kondenswasser gibt es eine weitere Feuchtigkeitsquelle, die von innen wirkt: undichte Rohre. Daran sollte man beispielsweise zuerst denken, wenn sich Feuchtigkeit im Keller zeigt und gleichzeitig der Druck im Heizungssystem abfällt. Korrosion ist in der Heizung nicht allzu häufig, da dort weitgehend sauerstoff- und mineralienarmes Wasser zirkuliert, aber Rohrmuffen könnten undicht werden. Bei der Suche nach dem Leck hilft ein Heizungsinstallateur.

Wasser kann auch aus Abwasserleitungen sickern – hierauf weisen oft unangenehme Gerüche in Verbindung mit der Durchfeuchtung hin – oder aus korrodierten oder nicht fachgerecht verlegten Frischwasserleitungen. Die Kunst ist es dann, die Fehlerquelle einzukreisen, denn das Wasser sucht sich im Mauerwerk zuweilen die merkwürdigsten Wege, und die Schadstelle liegt nicht immer dort, wo die Feuchtigkeit schließlich aus der Wand austritt. Meist eindeutiger ist der Einbruch zu lokalisieren, wenn Dichtungen dort nachgeben, wo Rohre und Leitungen durch eine Außenwand ins Haus geführt werden. Allerdings tritt hier zunächst meist nur wenig (und dann auch oft sauberes) Wasser ein, so dass der Schaden längere Zeit unbemerkt bleiben kann. Es schadet nicht, die (meist wenigen) Durchführungen von Zeit zu Zeit zu kontrollieren.

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Schließlich lohnt sich auch noch ein Blick nach oben. Denn daher kommt längst nicht nur alles Gute, sondern auch Wasser aus einem verstopften oder undichten Regenfallrohr kann zu Wasseransammlungen an der Hauswand führen, die sich dann ihren Weg ins Innere suchen. Ein Hinweis können feuchte Flecken in Raumecken sein, wenn dort außen das Dachablaufsystem entlang führt.

Man sieht: Es kann sehr voreilig sein, aufwendige Maßnahmen ausführen zu lassen, ohne die Wasserquelle zu kennen. Allzu schnell raten manche gewerbliche Verarbeiter beispielsweise zum nachträglichen Einbau einer Horizontalsperre. Die hilft aber nur dann, wenn tatsächlich aufsteigendes Wasser das Problem ist – wenn Wasser weiter oben von außen drückt oder ein Rohr undicht ist, bewirkt das für die Sperre eingesetzte Geld genau gar nichts. Umgekehrt ist auch eine aufwendige Abdichtung von außen keine Lösung, wenn die Feuchtigkeit von innen kondensiert.

Unser Fazit deshalb: Ohne sichere Diagnose fängt man keine Therapie an. Denn nur dann, wenn man die Herkunft des Wassers kennt, kann man das Übel an der Wurzel packen und setzt sein hart erarbeitetes Geld auch nur dort ein, wo man damit wirklich auch Abhilfe schafft. [ha]


Fotos: Dirk Schmidt/pixelio.de, Grey59/pixelio.de, Kurt Michel/pixelio.de, KFM/pixelio.de, SXC
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