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Frühjahrsputz: Brandgefahr durch Lappen

Frau beim Ölen eines Gartenstuhls

Putzen ist brandgefährlich? Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Trotzdem hat der Hinweis, den die R+V Versicherung jetzt gibt, einen durchaus ernstzunehmenden Hintergrund: Ölgetränkte Lappen können unter ungünstigen Bedingungen zur Selbstentzündung neigen und Brände verursachen. Erfahrene Holzbearbeiter kennen die Gefahr seit langem und ergreifen entsprechende Vorsichtsmaßnahmen, doch wenn im Frühjahr beispielsweise Gartenmöbel mit Öl aufgefrischt werden, stellt sich das Problem auch in vielen Durchschnitts-Haushalten.



Die Selbstentzündung beruht auf einem einfachen chemischen Prinzip: Ungesättigte Pflanzenöle wie beispielsweise Leinöl oxidieren mit dem Luftsauerstoff, und dabei entsteht Wärme. Das ist normalerweise nicht weiter tragisch, wird aber zum Problem, wenn das Öl auf eine große Oberfläche verteilt ist wie bei einem ölgetränkten Lappen und wenn die Wärme nicht entweichen kann, weil der Lappen zusammengeknüllt ist. Die Temperatur steigt dann stetig an, im ungünstigsten Fall so weit, bis der Flammpunkt des Öls erreicht ist und der Lappen brennt.

Experten-Meinung: Brandgefahr


Porträt Torge Brüning
„Normalerweise ist diese Wärme ungefährlich, weil sie einfach an die Umgebung abgegeben wird. Bei zusammengeknüllten Lappen kann sie jedoch nicht entweichen. Es kommt zu einem Wärmestau. Der Lappen kann sich selbst entzünden, weil Öl einen niedrigen Flammpunkt hat. Dadurch sind sogar schon Schreinerei-Betriebe abgebrannt.“

Dipl.-Ing. Torge Brüning, Brandschutzexperte R+V-Infocenter


Damit ist aber zugleich schon klar, was man gegen die Gefahr unternehmen kann: Ölgetränkte Lappen sollten weder zerknüllt abgelegt noch einfach in die Mülltonne geworfen werden. Statt dessen lässt man die Tücher ausgebreitet im Freien trocknen, zur Sicherheit kann man sie zuvor mit Wasser tränken. Dadurch wird der Hitzestau vermieden, und wenn das Öl ausgehärtet, also kristallisiert ist, besteht auch keine Entzündungsgefahr mehr. Die Alternative: Bis zum nächsten Einsatz verwahrt man den Lappen in einem Schraubdeckelglas oder einer verschließbaren Blechdose. Wichtig dabei ist, dass das Gefäß luftdicht verschlossen werden kann, denn dann fehlt der Sauerstoff zum Oxidieren, und die Wärmeentwicklung findet gar nicht erst statt. [ha]


Fotos: R+V
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