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Gefährliche Lichterketten

Nahaufnahme Lichterkette

Alle Jahre wieder schmücken zur Advents- und Weihnachtszeit Lichterketten die Wohnungen, Fassaden und Gärten. Und alle Jahre wieder gibt es Anlass, einen scharfen Blick auf deren Qualität zu werfen, denn in einem Massengeschäft wie diesem tummeln sich nun einmal gerne auch Anbieter von fragwürdigem Ramsch. In diesem Jahr hat der TÜV Rheinland die Sysiphus-Arbeit auf sich genommen, zahlreiche in Deutschland und weiteren europäischen Ländern verkaufte Lichterketten unter die Lupe zu nehmen. Die Freude über die Ergebnisse der Tests hält sich in sehr engen Grenzen.



Insgesamt 97 Muster zu Preisen von jeweils bis 10 Euro kaufte der TÜV Mitte November in Deutschland, Italien, Frankreich, Ungarn und den Niederlanden und überprüfte sie in seinen Labors. Dabei ging man noch recht gnädig vor, denn eingehalten werden musste nur die einschlägige europäische Norm EN 60598-2-20 als Mindeststandard. Deren Vorgaben müssen die Lichterketten erfüllen, um in der EU überhaupt verkehrsfähig zu sein – das heißt: Fallen sie dabei durch, dürfen sie nach Recht und Gesetz in der Europäischen Union nicht verkauft werden.

Von den 97 Ketten hätten demnach 51 aus den Auslagen der Geschäfte geräumt werden müssen, denn sie patzten bei den Prüfungen. Und das birgt massive Gefahren für den arglosen Anwender. Während festgestellte Mängel wie fehlende Sicherheitshinweise lediglich von der Schludrigkeit oder Sorglosigkeit der Hersteller zeugen, können Konstruktionsmängel zur tödlichen Falle werden. Fehlerhafte Isolierungen oder sich allzu leicht lösende Leitungen können zu lebensgefährlichen Stromschlägen führen. Ganz hinterhältig wird die Sache, wenn die Kennzeichnung von Lichterketten eine Eignung für den Einsatz im Freien verspricht, die verwendeten Dichtung dies aber gar nicht zulassen. Solche Exemplare wurden ebenfalls identifiziert.

Interessant die Feststellung des TÜV-Experten Thomas Haupt: Er stellt nach wie vor einen deutlichen Zusammenhang zwischen Preis und Qualität fest. Bei Billigangeboten ist die Gefahr höher, an mangelhafte oder gar gefährliche Ware zu geraten. Der TÜV Rheinland empfiehlt deshalb auch, nicht in Billigläden, sondern statt dessen lieber bei großen Handelsketten zu kaufen. Und noch einen Tipp halten die Prüfer bereit: LED-Lichterketten verbrauchen weniger Energie und halten länger als die Exemplare mit Glühlampen.


Tipps zu Kauf und Einsatz von Lichterketten


  • Kaufen Sie nur dort, wo Sie die Ware im Bedarfsfall auch reklamieren können.
  • Auf der Verpackung müssen Name und Anschrift des Herstellers oder Inverkehrbringers (also z. B. des Importeurs) stehen. Außerdem sollten Aufschriften in der jeweiligen Landessprache verfasst sein, und das Produkt sollte am besten das GS-Zeichen tragen. Zudem muss das CE-Zeichen vorhanden sein, auch wenn es nicht mehr sagt, als dass der Hersteller selbst die Konformität mit den Europanormen bestätigt.
  • Am besten kaufen Sie Lichterketten mit LED-Technik. Das spart Strom, und die Chancen stehen gut, dass der Adventsschmuck auch im nächsten Jahr noch funktioniert.
  • Ob LED oder Glühlampen: Kaufen Sie Produkte mit Transformator. Dann liegt auf der Lichterkette selbst nur eine ungefährliche Kleinspannung.
  • Beachten Sie beim Betrieb genau die Bedienungs- und Sicherheitshinweise.
  • Ist die Kette defekt, kann sie meist nicht repariert werden und gehört in die Wertstoffsammlung.
  • Einzelne defekte Leuchtmittel sollte man dagegen austauschen, da sonst die übrigen „Birnchen“ stärker belastet werden, sich stärker erwärmen und der Stromverbrauch steigt. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Ersatzlämpchen beiliegen oder die Leuchtmittel wenigstens einen standardisierten Steck- oder Schraubsockel aufweisen. Bei LED-Ketten ist der Ausfall einzelner Leuchtdioden weniger tragisch – sie lassen sich auch häufig nicht wechseln.
  • Ketten, die für Innenräume gedacht sind, dürfen nicht im Freien verwendet werden. Dort sollten Sie nur Produkte einsetzen, die mit dem Kürzel IP 44 gekennzeichnet sind.
  • Lichterketten müssen Abstand von leicht entflammbaren Materialien halten.
  • Vermeiden Sie Bausätze und kaufen Sie nur fertig konfektionierte Produkte. Sonst schaffen Sie möglicherweise durch leichtfertige Bastelei selbst Gefahrenquellen.

[ha]


Foto: SXC
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