News für Heimwerker

Heimwerken | Bauen | Garten | Do it yourself

Vermehren und verjüngen

Stauden einfach selbst teilen



(Foto: Staude vor dem Teilen ausgraben)

Wenn sich Stauden im Beet ungebührlich breit machen und ihre Nachbarn bedrängen, wenn sie schwächer blühen oder von innen her braun und trocken werden, wenn sie weniger standfest sind und nach außen kippen – all das ist ein Signal dafür, dass man die Stauden teilen sollte. Sie werden dadurch verjüngt, blühfreudiger und nehmen weniger Platz ein. Und man gewinnt kostenlos neue Pflanzen, mit denen man freie Gartenflächen gestalten kann.


Übersicht






Stauden teilen Schritt für Schritt



Das brauchen Sie


Materialien und Werkzeuge:
  • Grabgabel oder Spaten
  • Gartenschere
  • ggf. ein scharfes Messer
  • Kompost oder organischer Dünger



Der richtige Zeitpunkt zum Teilen


Wann eine Staude vom Teilen profitieren kann, das erkennt man meist, wenn man aufmerksam durch den Garten geht und die Pflanzen etwas gründlicher inspiziert. Von innen her verkahlende Gewächse (Foto unten) sind ebenso ein Anzeichen wie ein Verlust an Standfestigkeit oder Blühkraft. Zuweilen ist es auch die schiere Größe einer Staude, die den Anstoß zum Teilen gibt: Aus einer raumgreifenden Pflanze können dann mehrere kleine werden, die zur Gestaltung der Beete bereitstehen. In all diesen Fällen freuen sich übrigens auch Freunde oder Nachbarn über einen Teil der Pflanze, denn beliebig viel Platz für die Verwendung steht im eigenen Garten kaum zur Verfügung.

Abgestorbene Pflanzenteile
Möchte man den idealen Zeitpunkt im Jahreslauf für das Teilen bestimmen, richtet man sich nach der Pflanze. Ebenso bei der Frage, wie häufig man teilen kann oder sollte. Bei etlichen Pflanzen ist alle drei bis sechs Jahre die Gelegenheit günstig. Andere Sorten wie staudenförmige Pfingstrosen (Paeonia) fühlen sich zuweilen jahrzehntelang ungeteilt am gleichen Standort wohl. Hier hilft die Beobachtung der Pflanze über die Jahre hinweg, im Zweifelsfall gibt auch ein Staudengärtner gerne Auskunft.

Geteilt wird grundsätzlich im Frühjahr oder im Herbst. Dabei unterscheidet man zwischen Stauden, die im Sommer oder Herbst blühen einerseits und den Frühjahrsblühern andererseits. Sommer- oder herbstblühende Pflanzen lassen sich meist gut im Frühjahr teilen. Dann haben sie die für die bevorstehende Wachstumsperiode benötigten Nährstoffe meist schon gespeichert. Frühjahrsblüher vertragen dagegen das Teilen im Herbst besser – dann haben sie noch Zeit, genug Kraft zu sammeln und sie im Frühjahr ganz in die Blüte zu investieren. Stauden, die im Winter ganz einziehen, lassen sich auch in der kalten Jahreszeit gut teilen. Dazu gehören etwa Funkien (Hosta) oder Prachtspieren (Astilben).

Doch es gibt auch Ausnahmen von all diesen Regeln. So wird etwa die Wiesen-Iris (Iris sibirica) im August nach der Blüte geteilt. Auch dazu gibt es fachmännischen Rat in einer Staudengärtnerei.






Anleitung Stauden teilen


Hier zeigen wir die einzelnen Arbeitsschritte am Beispiel einer Iris. Zunächst stechen Sie rund um die Pflanze mit der Grabegabel oder einem Spaten in die Erde. Führen Sie das Werkzeug dabei leicht schräg unter die Wurzeln. Anschließend können sie den gelockerten Wurzelballen komplett herausheben.

Wurzelballen lockern   Ballen mit der Hand teilen

Unkraut entfernen
Nun geht es ans Teilen des Wurzelballens. Einen lockeren Ballen können Sie mit der Hand teilen, indem Sie Teilstücke davon ablösen. Das erfordert ein wenig Kraft, erlaubt aber auch sehr gezieltes Arbeiten. Harte und feste Ballen lassen sich dagegen mit dem Spaten besser teilen. Findet sich trockenes, abgestorbenes Material, wird es in einem Arbeitsgang entfernt. Auch Unkraut, das sich mit eingenistet hat, lösen Sie bei dieser Gelegenheit ab. Übrig bleiben sollen nur Pflanzenteile, die gesund und kräftig sind und genügend intakte, austriebsfähige Knospen haben.
Wurzeln kürzen   Vorbereitete Teilstauden

Damit die einzelnen Teilpflanzen gut anwachsen, kürzt man sowohl die Wurzeln als auch die oberirdischen Teile mit der Gartenschere um etwa ein Drittel. Optimal ist es, wenn Sie die neugewonnenen Stauden anschließend gleich wieder einpflanzen. Am Pflanzort sollte der Boden gelockert und Unkraut entfernt werden. Das Untermischen von reifem Kompost bietet der Pflanze Nährstoffe, eventuell kommt auch ein wenig organischer Dünger als Startdüngung in Frage. Dafür eignen sich beispielsweise Hornspäne. Nach dem Pflanzen wird gründlich gewässert. [ha]


Staude einpflanzen   Beet mit gepflanzten Staudenteilen

Tipp: Teilen beim Verpflanzen


Auch wenn Sie eine kräftige, gut eingewurzelte Pflanze lediglich an einen anderen Ort versetzen möchten, empfiehlt sich dabei das Teilen der Staude. Erfahrungsgemäß werden die Teilpflanzen deutlich schneller wieder schön. Ohne Teilung laufen Sie Gefahr, dass die Staude nach dem Versetzen jahrelang kümmert. [ha]


Fotos: GMH/Christiane Bach
Social Icons

Google Facebook Twitter


Lesen Sie auch diese Beiträge: