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Renovieren mit Pinsel und Rolle

Tür selbst lackieren



Nahaufnahme: Türprofil streichen

Eine Tür muss im Laufe der Jahre so einiges wegstecken: Sie wird angerempelt, stößt gegen Möbel, bekommt Schrammen ab und wird immer wieder angefasst. Früher oder später ist dann eine Renovierung der Tür fällig. Das ist glücklicherweise gar nicht so schwer – mit Lack, Pinsel und Roller können Sie selbst für ein neues Farbkleid sorgen. Wie das geht, erfahren Sie in unserer Anleitung.


Übersicht





Tür lackieren Schritt für Schritt



Das brauchen Sie


Material zum Türlackieren auf einen Blick
Materialien und Werkzeuge:
  • Schleifpapier oder Schleifvlies
  • Schleifklotz
  • Kreppband, Abdeckfolie, 2 Holzböcke
  • Lack, Farbwanne, Pinsel, Rolle, Hölzchen zum Aufrühren des Lacks

In unserem Beispiel haben wir unter anderem den 2in1 Fenster- und Türenlack aus dem Sortiment von Max Bahr verwendet.



Tür vorbereiten und anschleifen


Mann und Frau heben die Tür auf zwei Böcke
Im eingebauten Zustand ist die Tür etwas mühsam zu bearbeiten. Deshalb hängt man sie am besten aus. Dabei sollten Sie zu zweit arbeiten – Türen können schwerer sein, als sie wirken, und wenn sie aus den Türbändern gehoben wird, darf man sie nicht verkanten. Ist diese Arbeit geschafft, legt man die Tür auf zwei vorbereitete Böcke, die man auf Abdeckfolie oder zur Not auch Zeitungspapier gestellt hat. Nun liegt das Türblatt schön waagerecht und lässt sich bequem schleifen und lackieren.

Tipp: Türbeschläge demontieren


Ehe Sie mit der Arbeit beginnen, sollten Sie die Türbeschläge entfernen, also die Klinken, die Rosetten oder Türschilder und am besten auch das Schloss. Die Türklinken (der Fachmann spricht hier von „Türdrückern“) besitzen meist auf der Unterseite eine kleine Madenschraube. Löst man sie, kann man die beiden Drücker mitsamt dem verbindenden Vierkant auseinander und aus der Tür ziehen. Rosetten um Türdrücker oder Schlossöffnung sind entweder aufgeklemmt oder verschraubt. Die länglichen Türschilder, die den Drücker und das Schlüsselloch in einem verdecken, besitzen in der Regel kleine Schrauben, mit denen sie am Türblatt befestigt sind.

Das Schloss kann man herausnehmen, nachdem man auf der Falzseite zwei Schrauben löst – eventuell muss man beim Herausnehmen mit einem Schraubendreher nachhelfen, den man quer durch die Öffnung für den Drücker-Vierkant steckt und zum sanften Schieben verwendet. Wenn Sie einzelne Beschläge beim besten Willen nicht demontieren können, wenden Sie keine Gewalt an, sondern kleben die Metallteile sorgfältig mit Malerkrepp ab.


Die Tür ist nun bereit fürs Schleifen. Das heißt, noch nicht ganz: Reinigen Sie sie zuerst mit einem feuchten Tuch und gegebenenfalls einem milden Reinigungsmittel von Verschmutzungen oder Fettrückständen. Danach kann es aber losgehen. Ist das Türblatt ganz glatt, dann haben Sie Glück. Hier kann man mit dem Schleifklotz, um den man einen Abschnitt Schleifpapier gelegt hat, schön großzügig und ohne Hindernisse die Lackoberfläche anschleifen. Arbeiten Sie dabei ohne großen Druck mit einer Körnung zwischen 180 und 220.

Schleifen mit dem Schleifklotz   Profile mit Papier schleifen

Der Lack soll dabei nur etwas aufgeraut und eingeebnet werden, damit die neue Lackierung besser haftet und eine schöne Oberfläche ergibt. Ganz herunterschleifen müssen Sie den Lack nur dann, wenn er abblättert, große Lücken aufweist bzw. ganz allgemein nicht mehr intakt und tragfähig ist. Dann nimmt man aber besser eine Maschine wie einen Exzenterschleifer zur Hilfe.

Schleifvlies in Nahaufnahme
Bei unserem Projekt handelte es sich um eine Tür mit Kassetten und Zierprofilen. Bei einer solchen Tür kann man die ebenen Flächen auch problemlos mit dem Schleifklotz bearbeiten, in den Profilen arbeitet man aber ohne den Klotz und fährt sie immer in Längsrichtung mit dem Schleifpapier ab. Für diese Arbeit sehr gut geeignet ist auch ein Schleifvlies (Foto links). Es passt sich auch unregelmäßigen Konturen gut an und macht Schleifarbeiten an solchen Stellen deutlich einfacher. Schleifvlies bekommen Sie in unterschiedlichen Feinheitsgraden im Baumarkt.

Nachdem die Tür von beiden Seiten angeschliffen ist, müssen Sie sie gründlich entstauben. Nehmen Sie dafür ein weiches, sauberes Tuch, das Sie leicht anfeuchten und zwischendurch hin und wieder auswaschen. Das Entstauben ist wichtig, da verbleibender Schleifstaub die Lackoberfläche später rau werden lässt.


Tür lackieren


Das eigentliche Lackieren ist nun gar nicht mehr so schwer. Rühren Sie den Lack mit einem Hölzchen gründlich durch und geben Sie etwas davon in eine Farbwanne oder Lackierwanne. Von dort können Sie den Lack bequem mit der Lackierrolle aufnehmen, die sie auf dem geriffelten Teil der Wanne etwas abrollen, um Farbüberschüsse zu entfernen. Die Rolle muss gleichmäßig mit dem lack benetzt sein, darf aber nicht tropfnass sein. Rollen Sie nun die durchgehenden großen Flächen mit dem Lack ein: gleichmäßig entlang der Holzmaserung, nicht zu dick und nass in nass.

Aufrühren des Lacks   Lackieren einer Kassette mit der Rolle

Besitzer glatter Türblätter haben es wieder einfach. Sie können auf diese Weise die ganze Tür lackieren. Bei der Kassettentür muss man etwas anders vorgehen. Mit der Rolle lackiert man zunächst die Kassetten. Als nächstes kommen die Querverstrebungen an die Reihe. Je nachdem, wie breit sie sind, kann man sie ebenfalls noch mit der Rolle bearbeiten, sonst nimmt man einen breiten Flachpinsel dafür. Nach den Querstreben kommen die Längsstreben dran, und anschließend widmet man sich den Profilen, die man längs mit dem Pinsel bearbeitet. Zum Schluss erhalten Kanten und Falze eine Lackschicht. Die Unterkante der Tür müssen Sie nicht lackieren, sie ist nach dem Einbau wieder unsichtbar.

Lackieren des Profils mit dem Pinsel
Ganz gleich, ob Sie mit Rolle oder Pinsel arbeiten: Versuchen Sie, den Lack dünn und gleichmäßig aufzutragen. Ein zu dicker Auftrag wird ungleichmäßig und kann später Pinselspuren zeigen. Wenn der neue Lack nicht ganz deckt, tragen Sie nach dem Trocknen, einem leichten Zwischenschliff und Entstauben lieber eine zweite dünne Schicht auf.

Nun wäre die Tür eigentlich fertig. Nein, noch nicht ganz, denn jedes Türblatt hat zwei Seiten. Lassen Sie die erste Seite ganz durchtrocknen und drehen die Tür dann um. Damit die frisch lackierte Seite keine Kratzer davonträgt, legen Sie saubere Lappen auf die Böcke, ehe Sie die umgedrehte Tür darauf platzieren. Manche Böcke besitzen aus diesem Grund schon beim Kauf eine Filzauflage. Nachdem Sie die Rückseite wie beschrieben ebenfalls bearbeitet haben, lassen Sie den Lack trocknen, bringen die Beschläge wieder an und hängen die Tür wieder ein – nun ist sie wirklich fertig. [ha]


Fotos: Max Bahr, ha/DIY-Info (1)
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