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Tipps zum Grundstückskauf

Szene Käufer und Berater am Tisch

Für die meisten Menschen ist das ein Schritt, den sie nur einmal im Leben gehen: der Kauf eines Grundstücks und der Hausbau. Hier geht es um eindrucksvolle Summen, und man kann beim Kauf einiges falsch machen. Nicht zuletzt deshalb nehmen Immobiliengeschäfte eine rechtliche Sonderstellung ein, denn der Kauf und Verkauf muss von einem Notar beglaubigt werden. Notare sind dabei zur Aufklärung und Beratung ihrer Kunden verpflichtet – allerdings können sie nur Antworten auf Fragen geben, die ihnen auch tatsächlich gestellt werden. Es ist deshalb wichtig, als potenzieller Bauherr selbst über die wesentlichen Aspekte eines Grundstückskaufs informiert zu sein und sich rechtzeitig fachkundige Unterstützung zu suchen.



Prüfen sollte man zum einen das Grundstück selbst, und zwar auf seine Beschaffenheit und auf seinen rechtlichen Status hin. Bauland könnte beispielsweise mit Chemikalien oder anderen Abfällen belastet sein, mit sogenannten Altlasten. Man kann (und sollte!) sich zwar im Kaufvertrag zusichern lassen, dass der Boden frei von Altlasten ist, und eine Regelung dazu treffen, wer andernfalls die Sanierungskosten trägt. Aber wer möchte schon nach all den Umständen und Mühen eines Hausbaus mit ungewissem Ausgang Prozesse führen, wenn sich später etwa herausstellt, dass die Zusicherung nicht der Wahrheit entsprach, oder wenn der Verkäufer sich zahlungsunwillig zeigt? Vorher Bescheid wissen ist eindeutig besser – hier können Gutachten Klarheit bringen, wenn die Lage des Grundstücks solch einen versteckten Mangel vermuten lässt.

Grundstücke müssen aber auch rechtlich frei von Belastungen sein. Zumindest muss man als Käufer vorher darüber informiert sein, um Lasten bei der Preisverhandlung zu berücksichtigen. Als Kaufinteressent sollte man das Grundbuch einsehen. Dort sind beispielsweise Rechte Dritter eingetragen. Möglicherweise besteht ein Nießbrauchsrecht, das die Verwendungsmöglichkeiten für den Erwerber einschränkt. Oder die Immobilie ist noch mit einer Hypothek belastet, die dann gelöscht oder im Kaufpreis berücksichtigt werden muss.

Neubausiedlung
Der Kaufpreis verdient ohnehin eine genaue Betrachtung. Hier lohnt sich eine sehr gründliche Recherche im Vorfeld, denn oft lassen sich tausende Euro sparen, wenn man gut informiert in die Verhandlungen geht. Anhaltspunkte für einen fairen Preis können die Angebote für vergleichbare Grundstücke in der Region geben. Es lohnt sich auch, bei der zuständigen Gemeindeverwaltung nach dem Bodenrichtwert zu fragen. Darüber hinaus können Banken fundierte Hinweise geben – das tun sie schon aus eigenem Interesse, da das Grundstück auch tatsächlich einen entsprechenden Wert aufweisen muss, um als Sicherheit für eine Finanzierung geeignet zu sein.

Wer den Eindruck hat, dass ihm dieses komplexe Thema über den Kopf wächst, tut gut daran, sich fachliche Hilfe zu holen. Das kann ein Baufachanwalt sein, der die juristischen Aspekte im Blick hat. Oder ein ortsansässiger Architekt, der sich in seinem Beritt meist gut auskennt. Hilfe bieten auch Verbraucherschutzorganisationen wie der Bauherren-Schutzbund an. Auf dessen Internetseiten finden sich Informationen zum Grundstückskauf ebenso wie zu den Service-Angeboten. [ha]


Fotos: djd/Bauherren-Schutzbund e.V. (2), MGF/Eric Pruis
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