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Zement und Kalk: Schützen Sie Ihre Haut!

(Foto: Boden ausgleichen mit Zementmasse)

Ob beim Verputzen, beim Spachteln, Mauern oder Fliesenlegen: Heimwerker haben es nicht selten mit Mörtel auf der Basis von Zement oder Kalk zu tun. Das sind bewährte Baustoffe, die mit etwas Übung problemlos zu verarbeiten sind. Ein Problem dabei: Diese Substanzen sind stark alkalisch bzw. bilden zusammen mit Wasser ätzende Laugen. Beim Anmischen von Beton lassen sich im Wasser pH-Werte bis zu 13 feststellen, Kalk weist einen pH-Wert zwischen 11 und knapp unter 13 auf. Damit können diese Substanzen Haut und Augen gefährden – bei der Verarbeitung sollte also auf einen hinreichenden und vor allem wirksamen Schutz geachtet werden.



In vielen Fällen sind während der Arbeit die Hände besonders gefährdet. Sie führen die Werkzeuge und sind deshalb immer nah am Material.
Gegossenen Beton glätten
Handschuhe sollten also zur Standardausrüstung beim Umgang mit Kalk und Zement zählen. Dabei taugt allerdings nicht jeder Schutzhandschuh. Durch Gartenhandschuhe beispielsweise mit ihren großen Textilflächen dringt die Lauge sofort, aber auch Lederhandschuhe (links) lassen Flüssigkeiten durchsickern. Sehr gut geeignet sind dagegen beschichtete Baumwollhandschuhe wie im großen Foto ganz oben zu sehen.

Eine zusätzliche vorbeugende Maßnahme empfiehlt Torben Thorn, Experte für Arbeitsschutz bei der R+V Versicherung: Hautpartien, die unbedeckt bleiben, häufig etwa die Unterarme, sollte man vorher mit einer rückfettenden Hautschutzcreme einreiben – sie bietet ebenfalls eine schützende Schicht. Nach der Arbeit sind diese Partien dann gründlich zu reinigen und wie gewohnt zu pflegen.


Feuchte Kleidung ist durchlässiger


Da bei der Verwendung von Kalk- und Zementmörteln leicht Materialspritzer umherfliegen, sollten auch die übrigen Hautpartien geschützt sein. Wichtig dabei ist, dass die Arbeitskleidung nicht feucht wird. Durch feuchten Stoff und durch nasse Schuhe gelangt die aggressive Lauge schnell an die Haut. Feucht gewordene und verschwitzte Kleidung sollte man also umgehend wechseln.

Ist der Kontakt der Kleidung mit dem nassen Material nicht zu vermeiden, etwa bei Ausgleicharbeiten am Boden, die man kniend ausführt, helfen Überhosen aus dichtem Kunststoff. Auch Knieschützer können hier schon eine gewisse Sicherheit bieten.


Augen schützen


Neben der Haut sind auch die Augen durch die stark basischen Baustoffe gefährdet. Eine Schutzbrille ist deshalb eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme. Sie sollte nicht zu kleine Gläser besitzen, damit sie einen möglichst großflächigen Schutz bietet und dabei auch die Sicht nicht behindert.

Schutzbrille, Staubmaske und Schutzanzug
Eine Schutzbrille hilft abgesehen von der Gefährdung durch aggressive Laugen auch bei anderen Ausbau- und Sanierungsaufgaben. So bietet sie beispielsweise Schutz gegen Verletzungen durch umherfliegende Splitter und Partikel bei Stemm- und Abbrucharbeiten. Wichtig ist sie aber natürlich auch immer dann, wenn Mörtel aus Pulvermischungen angerührt oder umgefüllt werden. Dabei kann es übrigens je nach Material auch kräftig stauben. Ein Atemschutz in Form einer Staubmaske ist also ebenfalls keine schlechte Idee.

Die genannte Schutzkleidung und -ausrüstung erhalten Sie in jedem halbwegs gut sortierten Baumarkt zu überschaubaren Preisen – Arbeitsschutz muss nicht teuer sein. Haben Sie einen Baustoffhändler in der Nähe, bei dem Profis einkaufen, finden Sie dort zuweilen ein größeres Sortiment, teils auch in höherwertiger Ausführung. Dafür ein paar Euro mehr auszugeben, lohnt sich immer dann, wenn Sie entsprechende Tätigkeiten häufiger ausführen oder ein umfangreiches Bau- oder Sanierungsprojekt beginnen. [ha]


Fotos: Knauf, ha/DIY-Info.de, 3M Deutschland
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