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Fenster sammeln Wärme ein

(Foto: Vater und Tochter vor Fensterfront)

Früher war das mit den Fenstern eine ganz einfache Sache: In einen Holzrahmen wurde eine Glasscheibe eingekittet – und Schluss. Die Zeiten sind längst vorbei. In die effizient gedämmten Außenwände moderner Häuser müssen auch entsprechend optimierte Fenster eingebaut werden, damit sie nicht zur großen Schwachstelle im gesamten Energiekonzept werden. Standard ist heute eine Mehrfachverglasung mit drei Scheiben. Die Zahl der Scheiben allein sagt allerdings bei weitem noch nicht alles über die Eigenschaften eines solchen Fensters aus. Hier gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Möglichkeiten, die Energieeffizienz eines Fensters zu verbessern.



Um Sinn und Zweck solcher Maßnahmen und Konstruktionsdetails zu verstehen, sollte man sich mit zwei Werten vertraut machen. Der erste ist der sogenannte U-Wert. Unter Fachleuten auch Wärmedurchgangskoeffizient genannt, macht er deutlich, in welchem Maß ein Bauteil wärmedämmend wirkt. Das gilt für Wände oder Dachflächen ebenso wie für Fenster. Die Faustregel dabei: Je niedriger der U-Wert, desto besser die Dämmung. Auch Fenster sollten also einen möglichst niedrigen U-Wert besitzen.

Bei der Verglasung kommt allerdings noch ein zweiter Wert ins Spiel: der g-Wert. Er wird auch Energiedurchlassgrad genannt und gibt an, wie viel von der Sonnenenergie durch die Fensterscheibe in den Raum gelangt. Das ist eine wichtige Eigenschaft, denn Sonnenstrahlung, die beispielsweise während der Heizperiode in die Räume fällt und sie erwärmt, kostet nichts und hilft Brennstoff zu sparen.

Grafik: Wärmegewinn und Dämmung am Fenster

Ein Ziel bei der Konstruktion von Fenstern ist es also, einen möglichst niedrigen U-Wert zu erreichen, damit möglichst wenig Heizwärme durch die Verglasung nach außen entweicht (roter Pfeil in der Grafik). Auf der anderen Seite sollte der g-Wert möglichst hoch sein, um die kostenlose Zusatzheizung durch die Sonne voll auszuschöpfen (gelber Pfeil in der Grafik). Das ist gar nicht so einfach, denn mit einem verbesserten U-Wert fällt leicht auch der g-Wert, weil Dämmmaßnahmen oft in beide Richtungen wirken.

Die Lösung bieten hier unter anderem spezielle Beschichtungen der verwendeten Gläser. Der österreichische Fenster-Hersteller Internorm zum Beispiel erreicht nach eigenen Angaben mit seiner Spezialbeschichtung Solar+ einen g-Wert von 62 Prozent, es gelangen also fast zwei Drittel der auftreffenden Sonnenenergie auch in den Raum hinter dem Glas. Laut Hersteller sind das 20 Prozent mehr als bei einer herkömmlichen Standard-Dreifachverglasung. Erzielt wird dieses Ergebnis bei trotzdem niedrigem U-Wert.

Über den Aspekt des Wärmegewinns hinaus ist ein hoher g-Wert natürlich auch aus ganz anderen Gründen sinnvoll: Es gelangt auch mehr Licht ins Haus – und genau dafür sind Fenster ja eigentlich da. Und je niedriger der U-Wert des Fensters ist, desto großzügiger kann man auch Glasflächen am Haus anlegen, ohne übermäßig viel Heizenergie zu verlieren.

Einen Pferdefuß kann das Ganze natürlich im Sommer mit sich bringen: Die üppig einstrahlende Sonnenenergie heizt auch dann die Räume auf. Das Problem lässt sich aber mit einer außenliegenden Beschattung wie etwa einem Rollladen einfach lösen. Er gehört ohnehin bei den meisten Häusern zur Standard-Ausstattung. Verzichten sollte man darauf übrigens auch in unkritischen Lagen nicht, denn ein Rollladen erhöht ganzjährig den Einbruchschutz und wirkt im Winter als zusätzliche Dämmschicht vor dem Fenster. [ha]


Fotos, Grafik: epr/Internorm
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