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Unerwünscht: Fruchtfliegen und Blattläuse

Fliegen auf Tomaten

Wenn im Sommer unerwünschte Gäste gleich zu Hunderten eintreffen, ist das meist keine der berüchtigten Facebook-Parties, sondern die Besucher sind sehr klein, besitzen sechs Beine und machen sich über reifes Obst und saftige Pflanzen her. Fruchtfliegen oder Blattläuse sind dann scharenweise eingetroffen, und nicht selten hat man auch mit beiden Sorten von Plagegeistern gleichzeitig zu tun: Die Fliegen kümmern sich drinnen um die Obstschale, die Läuse draußen um die Balkonpflanzen. Eine Reihe wirksamer Maßnahmen gegen die Insekten-Invasion hat die Plattform immonet zusammengetragen. Hier die wichtigsten Tipps.



Drosophila in Nahaufnahme
Zunächst zu den Fruchtfliegen. Sie sind in erster Linie lästig, und je länger man sie gewähren lässt, desto penetranter werden sie. Der Grund: Ein einziges Fruchtfliegen-Weibchen kann schlimmstenfalls innerhalb von 30 Tagen bis zu 16 Millionen Nachkommen produzieren. Unter normalen Umständen wird diese Zahl längst nicht erreicht, trotzdem sollte man frühzeitig handeln, denn selbst ein Hundertstel davon wäre noch eine echte Plage.

Zu packen sind die Fruchtfliegen an ihrem Appetit. Sie werden vom Duft bestimmter Fruchtsäuren angezogen, und damit kann man ihnen eine Falle bauen. Stellen Sie dazu ein Glas mit Weinresten, Fruchtsaft oder Essig auf und geben Sie einen Tropfen Spülmittel dazu. Die Aromen ziehen die Fliegen an, und das Spülmittel setzt die Oberflächenspannung der Flüssigkeit so weit herab, dass selbst die winzigen Fliegen darin untergehen und ertrinken.

Eine weitere Möglichkeit ist die Gurkenglasfalle: Dazu verwendet man den verbliebenen Sud eingelegter Gurken, spannt eine Frischhaltefolie über das Glas und sticht kleine Löcher hinein. Die Fruchtfliegen kriechen durch die Löcher, um an das Gurkenwasser zu gelangen, finden aber nicht mehr heraus.

Fliegen auf Blütenblättern
Statt sie zu fangen, kann man auch versuchen, die Fruchtfliegen abzuschrecken. Ein altes Hausmittel ist eine halbe Zitrone, die man auf ein Tellerchen legt und mit Gewürznelken spickt. In der Nähe der Obstschale aufgestellt, soll der Duft die Insekten vertreiben.

Ist alles zu spät und die Fliegen tun sich schon in großer Zahl am Obst gütlich, hilft noch der Griff zum Staubsauger. Fruchtfliegen sind sehr leicht und lassen sich deshalb schnell und effektiv einsaugen. Den Staubsauger stellen sie auf eine niedrigen Stufe, dann können Sie die Fliegen auch dicht am Obst einsammeln, ohne dass Kirschen oder Erdbeeren dem Sog ebenfalls folgen. Zwei oder drei Minuten Saugereinsatz, dann ist der Spuk erst einmal vorbei.

Damit die Plage nicht so schnell zurückkehrt, sollte man alles vermeiden, was sie anlockt. Faules Obst sollte nicht im Haus herumliegen, also sehen Sie Ihre Obstvorräte regelmäßig durch, entsorgen vergammelte Früchte und verzehren oder verarbeiten überreife Exemplare möglichst bald. Den Biomüll bringt man regelmäßig und im Sommer sehr häufig zur Tonne oder auf den Kompost. Verschüttete Fruchtsäfte, Essig oder Wein werden sofort aufgewischt – sie wirken auf die lästigen Insekten sonst wie ein lauter Gong, der zum Essen ruft.


Blattläuse auf dem Balkon und im Garten


Blattläuse auf einer Pflanze
Auch diese winzigen Insekten bereiten Hobbygärtner und Balkonbesitzern schlechte Laune. Sie setzen sich in großer Zahl auf Pflanzen und saugen an ihnen. Das schadet nicht nur Blumen und Nutzgewächsen, es wirkt bei intensivem Befall auch ziemlich eklig. Man muss sich damit aber nicht abfinden, denn es gibt bewährte Methoden, Blattläuse zu bekämpfen, und dazu sind nicht einmal Gift oder irgendwelche Chemikalien notwendig.

Bei frischem Befall hilft oft schon eine Dusche mit klarem Wasser. Entweder behandelt man die Pflanzen mit der Gießbrause, oder man tunkt sie kopfüber in einen Wassereimer. Blattläuse ertrinken dabei oder werden fortgespült. Das Ertränken funktioniert auch, indem Sie etwas Seife oder Spülmittel (etwa einen Esslöffel voll) in einem Liter Wasser auflösen und die Pflanzen damit besprühen. Durch die Seife ist die Oberflächenspannung des Wassers so weit reduziert, dass es in die Atemöffnungen der Blattläuse eindringt und ihnen den Garaus macht.

Ein Hausmittel mit Tradition ist ein Brennnesselsud. Man gießt dazu einen kräftigen Tee aus frischen oder getrockneten Brennnesselblättern auf und lässt ihn 24 Stunden zugedeckt ziehen. Anschließend besprüht man die Pflanzen damit. Wirksam ist auch schwarzer Tee oder ein Tabakaufguss. Bei letzterem ist allerdings Vorsicht geboten. Die Flüssigkeit ist durch ihren Nikotingehalt giftig, man sollte sie deshalb außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren aufbewahren.

Ameise bei der Blattlauspflege
Unterstützt wird ein Blattlausbefall von Ameisen. Sie ernähren sich von den süßen Ausscheidungen der Läuse (Honigtau) und halten sich deshalb zuweilen Blattläuse wie Herden von Nutztieren. Ist eine Ameisenkolonie in der Nähe, kann es also auch sinnvoll sein, gegen sie vorzugehen.

Fördern sollte man dagegen Nützlinge. Ein Erzfeind der Blattläuse und ihrer Larven ist zum Beispiel der Marienkäfer. Er findet sich häufig von alleine ein und frisst große Mengen der Läuse. Gezielt ansetzen kann man aber auch Nützlinge wie Florfliegen oder Schlupfwespen. Erkundigen Sie sich in einem Gartencenter danach – oft bekommt man dort oder auch im Versandhandel geeignete Nützlinge, die man dann an den befallenen Pflanzen aussetzt.

Nahaufnahme Marienkäfer
Haben Sie einen Befall erfolgreich bekämpft, sollten Sie die betroffenen Pflanzen noch eine Weile beobachten. Auf Stengeln oder Blättern können Eier zurückgeblieben sein, aus denen wieder Blattläuse schlüpfen. Bekämpft man diese zweite Generation rechtzeitig, hat man in der Regel für längere Zeit Ruhe.

Übrigens spielt auch die Wahl der Pflanzen auf dem Balkon eine Rolle. Manche von ihnen sind bei Blattläusen besonders beliebt. Dazu zählen etwa Borretsch oder Kapuzinerkresse. Wenn Sie an diesen Gewächsen häufiger Blattläuse feststellen, kann es besser sein, auf sie zu verzichten. Sinnvoll sind dagegen stark duftende Kräuter wie Thymian, Salbei, Lavendel oder Bohnenkraut. Die Blattläuse mögen ihren Geruch nicht, deshalb sollte man sie vorbeugend zwischen die übrigen Gewächse pflanzen – als angenehmen Nebeneffekt erhält man damit dann auch nützliche Küchengewürze und attraktive Lavendelblüten. [ha]


Fotos: Immonet/istockphotojanef, SXC, mgf
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