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Dübellöcher setzen ohne Bohrmaschine

(Foto: Dübellochschläger von Wiha)

Regale, Garderoben, Handtuchhaken, Bilderleisten – gedübelt wird viel, wenn Gegenstände dauerhaft und haltbar an einer Wand befestigt werden sollen. Das ist auch nicht weiter schwer: Loch bohren, Dübel einstecken, Schraube eindrehen, fertig! Geht es noch einfacher? Die Ingenieure bei Wiha fanden jedenfalls Raum für eine Vereinfachung und entwickelten den neuen Dübellochschläger. Hat man dieses Werkzeug zur Hand, dürfen Bohrmaschine oder Akkuschrauber beim Herstellen des Dübellochs öfter mal im Werkzeugkasten bleiben, denn nicht allzu harten Wandbaustoffen kann man mit diesem stabilen Helfer auch per beherztem Hammerschlag zu Leibe rücken.



Der Dübellochschläger wird an der gewünschten Stelle angesetzt, dann treibt man ihn mit einigen Hammerschlägen bis zur gewünschten Tiefe in weichere Baustoffe wie Porenbeton, Leichtbeton, etliche Hohlblocksteine oder Gipsbauplatten. Was man sich dabei in jedem Fall spart, ist der Transport eines Elektrowerkzeugs, das Heraussuchen und Einsetzen des Bohrers, gegebenenfalls der Weg zur Steckdose oder das Verlegen einer Verlängerungsschnur und einiges an Lärm. Laut Hersteller fällt beim Dübelsetzen mittels Schlagwerkzeug auch weniger Schmutz an – das klingt plausibel.

Dübellochschläger ansetzen   Dübelloch per Hammerschlag herstellen

Der Dübellochschläger misst 6 mm im Durchmesser. Das dürfte eines der häufigsten Dübelmaße bei Befestigungsarbeiten in Wohnräumen sein. Praktisch auch: Seitlich trägt die Klinge des Werkzeugs eine Millimeter-Skala, man sieht also während der Arbeit immer, wie tief man bereits im Material steckt. Und man hat bei der Entwicklung auch an ein Problem gedacht, das beim Bohren zuweilen ein etwas mulmiges Gefühl verursacht: Trifft man mit dem Werkzeug eine Stromleitung, dann fließt Energie höchstens in die Klinge – die Schlagkappe ist galvanisch davon getrennt.

Nach unserem Dafürhalten ist es allerdings auch gar nicht so wahrscheinlich, dass man mit dem Schlagwerkzeug eine Leitung unbemerkt durchtrennt: Die Klinge arbeitet sich schließlich nicht motorbetrieben unbeirrt voran, sondern man spürt mit der haltenden Hand wohl eher die Reaktion auf jeden einzelnen Schlag und wird bei federndem Widerstand erst einmal nachsehen, ehe man einfach weiterschlägt. Zudem ist die Spitze des Werkzeugs als PH2-Klinge geformt und schneidet nicht so leicht durch PVC-Isolierungen.


Zurück zu den Wurzeln


Dübeleisen aus den 1960er Jahren
Beim Anblick des Dübellochschlägers fühlten wir uns sofort an das Dübeleisen (Foto) erinnert, mit dessen Hilfe der Vater des Autors in den 1960er Jahren Dübel in die Bimsbetonwände des elterlichen Hauses setzte. Man sieht allerdings auch gleich die Jahrzehnte, die bei der Werkzeugfertigung mittlerweile ins Land gegangen sind: Mit der galvanischen Trennung zwischen Schlagfläche und Klinge, der Skala für die Schlagtiefe und der deutlich ergonomischeren Griffform hat Wiha das Konzept deutlich weiterentwickelt.

Was außerdem in jedem Fall erfreulich ist: Hier wird man wieder daran erinnert, dass nicht alles elektrisch funktionieren muss. Elektrowerkzeuge haben das Handwerker- und Heimwerkerleben in vielen Fällen deutlich erleichtert, aber wenn es per Hand schneller geht, dann muss man nicht um jeden Preis auf den Maschinenpark zurückgreifen.

Wer sich das neue Werkzeug einmal genauer ansehen möchte, findet es im Fachhandel, wo es im Set mit vier Dübeln angeboten wird. Mehr Informationen dazu finden Sie auf der Herstellerseite, wo das Set auch für knapp 28 Euro zum Kauf angeboten wird. [ha]


Fotos (v.o.n.u.): Lutz Hugel, Wiha, Hans Altmeyer (1)
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