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Bohren: Vorsicht, Heizungsrohre!

Bohrmaschine bohrt in eine Wand

Flächenheizungen sind auf dem Vormarsch: Nicht nur die bekannten Fußbodenheizungen, auch Wandheizungen machen sich durch ihre sanfte Strahlungswärme als angenehme Wärmespender beliebt. Ein Problem für Heimwerker: Die Wärmequellen liegen unter Putz oder werden vom Bodenbelag verdeckt. Möchte man nun beispielsweise ein Regal aufhängen oder – was sicher seltener vorkommt – ein Befestigungsloch im Boden herstellen, wird das Hantieren mit der Bohrmaschine schnell zum Lotteriespiel mit hohem Risiko. Es sei denn, man setzt ein wenig Köpfchen ein oder hat rechtzeitig vorgesorgt. Hier eine Reihe von Tipps zur Vermeidung teurer Schäden.



Vorbeugen ist besser


Heizschlangen einer Fußbodenheizung
In der Bauphase lohnt sich ein Griff zur Kamera. Das ist sich vor allem bei Wandheizungen interessant, bei denen man die offenen, unverputzten Rohrschlangen oder Heiz-Elemente ohne allzu große perspektivische Verzerrungen fotografieren kann. Sinnvoll ist es dabei, jeweils an markanten, leicht wiederzufindenden Punkten ein Zentimetermaß aufzuhängen und ebenfalls aufs Bild zu bannen. So kann man später die Position der Heizungs-Bestandteile recht genau nachvollziehen.

Diese Methode hat allerdings auch ihre Grenzen: Wenn Rohre sehr dicht beieinander liegen, verschätzt man sich später leicht. Sinnvoll kann es daher auch sein, von vornherein einen bestimmten Bereich an der Wand nicht mit dem Heizsystem belegen zu lassen. Das kann beispielsweise ein zwei bis drei Handbreit messender Streifen in definiertem Abstand von der Decke sein. Hier lässt sich dann beispielsweise für das Aufhängen von Bildern eine Galerieschiene anbringen.

Wer ausreichend Geduld und die notwendige Pedanterie aufbringt, kann auch eine maßstabsgerechte Skizze anfertigen. Doch Vorsicht: Die Rückübertragung in die Realität kann schon ein kleiner Messfehler vereiteln.


Hausmittel


Sprühflasche
Ist die Heizung erst einmal unter dem Wand- oder Bodenbelag verschwunden, kann man sie mit verschiedenen Hilfsmitteln aufspüren. Das einfachste davon ist eine Sprühflasche, wie man sie zum Befeuchten von Pflanzen oder Bügelwäsche verwendet. Damit lassen sich auf fein verputzten Wänden grobmaschig verlegte Heizschlangen aufspüren. Man lässt dazu erst die Fläche abkühlen, sprüht sie dann im Bereich der beabsichtigten Bohrung ein und heizt anschließend auf. Ungefähr dort, wo die Fläche zuerst trocknet, sind die Heizungsrohre zu vermuten. Genau ist das nicht, und wegen der niedrigen Heiztemperaturen in Flächenheizungen sind die Ergebnisse nicht immer eindeutig. Das Verfahren kann aber trotzdem im Einzelfall recht gute Anhaltspunkte bieten. Auf Tapeten lässt es sich übrigens nicht sinnvoll anwenden.


Technische Helfer


Mann mit Wallscanner am Boden
Unterstützung gibt es natürlich auch in Form elektronischer Geräte. Dabei ist es für die Haushaltskasse am schonendsten, wenn die Heiz-Elemente aus Metall bestehen. Dann nämlich können verhältnismäßig preiswerte Leitungsfinder schon einige Sicherheit über den Untergrund verschaffen. Das billigste Exemplar vom Wühltisch sollte es aber auch nicht sein, denn solche Geräte geben zuweilen eher Daumenpeilungen als Messwerte zum Besten.

Bei Kunststoffrohren wird die Sache schon schwieriger. Es gibt zwar Geräte, die auch sie sehr zuverlässig erkennen, beispielsweise den Wallscanner D-tect 150 von Bosch, doch dafür sind Beträge fällig, die sich mit einem normalen Heimwerker-Budget kaum vertragen. Wenn man nicht die Möglichkeit hat, sich solch einen Detektor auszuleihen, ist er für ein paar Bohrlöcher schlicht zu teuer. Ähnliches gilt für Wärmebildaufnahmen, auf denen Heizschlangen sehr gut zu sehen sind: Die Preise entsprechender Kameras bewegen sich jenseits von Gut und Böse, und selbst der einmalige Einsatz eines Fachmanns verursacht noch Kosten, angesichts derer man das Regal lieber auf den Boden stellt, statt es aufzuhängen.


Thermometer und Folien


Von einer technisch ganz anderen Seite packen Thermometer das Problem an. Sie gibt es als kompakte Wärme-Detektoren schon recht preiswert und mit hinreichender Genauigkeit. Die Geräte findet man häufig unter dem Begriff Infrarot-Thermometer oder Pyrometer. Wenn sie einen Laser-Zielpunkt besitzen, werden sie auch mit der Bezeichnung Laser-Thermometer angeboten.

Thermofolie mit farbigen Leitungen
Ganz ohne Strom kommen Thermofolien aus, hier und da auch etwas irreführend Thermopapier genannt, wie sie beispielsweise von Mair Heiztechnik oder von Simplex vertrieben werden. Auch für ihren Einsatz lässt man die Fläche zunächst abkühlen, heizt dann kräftig auf und hält die Folie auf die gewünschte Stelle. Verfärbungen bilden dann den Rohrverlauf ab. Diese Technik kann übrigens auch dabei helfen, Lecks in Fußbodenheizungen aufzuspüren – das veränderte Wärmebild ist ziemlich eindeutig. Ein Wermutstropfen ist allerdings auch hier der Preis. Ab etwa 60 Euro sollte man schon für ein nicht allzu großes Stück Folie einplanen (hier und da, vor allem im Großhandel, finden sich auch günstigere Angebote). Nur um ein Bohrloch zu platzieren, wird man sich das selbst bei einem solchen High-Tech-Material gründlich überlegen, wenn es anschließend nie wieder gebraucht wird. Wenn dagegen eine Wohnung komplett mit Wandheizungen ausgestattet ist, wird man die Folie wohl häufig genug einsetzen, damit sich der Kaufpreis rentiert.


Fazit


Die alleinseligmachende Lösung gibt es wohl nicht. Wer die Bauphase gründlich dokumentiert hat und auch später in der Lage ist, exakt zu messen und Fotos oder Zeichnungen sicher zu interpretieren, muss sich in den meisten Fällen keine Sorgen machen. Bei einer Kapillarheizung mit ihren sehr geringen Abständen hilft das allerdings selbst bei großer Sorgfalt nichts.

Metallhaltige Systeme ortet ein guter Leitungsfinder recht genau. Ansonsten würden wir persönlich am ehesten zum Infrarot-Thermometer tendieren, weil man das auch zu anderen Zwecken einsetzen kann, bei häufigem Gebrauch auch zur Folie. Alle technischen Hilfsmittel sollte man aber mit Verstand einsetzen und die Anwendung einüben, ehe man damit ein potenziell kostspieliges Bohrloch markiert. [ha]

Fotos: dennisbos/SXC, manwalk/pixelio.de, Rainer Sturm/pixelio.de, Bosch, Viega
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