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Kaminholz beschaffen und lagern

Stapel mit Stammabschnitten

In etlichen Häusern bullern jetzt wieder Kaminöfen und offene Kamine – in der Übergangszeit ist das eine praktische Methode, abends ein warmes Wohnzimmer zu bekommen, ohne gleich das ganze Haus heizen zu müssen. Um auch den ganzen Herbst und Winter über Wärme und gemütliches Flammenspiel genießen zu können, sollte der Holzvorrat beizeiten aufgestockt werden. Was Sie dabei beachten müssen, wo Sie günstiges Kaminholz erhalten und wie Sie es lagern sollten, dazu finden Sie hier Tipps und Informationen.



Paar vor einem Kaminfeuer
Am einfachsten ist es, fertiges Kaminholz zu kaufen, das bereits auf Länge geschnitten und gebrauchstauglich abgelagert ist. Je nach Menge kauft man es in Säcken beim Brennstoffhändler bzw. im nächsten Baumarkt, oder man lässt es ins Haus liefern. Das ist in der Regel die teuerste Lösung, aber natürlich sehr bequem.

Beim Kauf sollte man auf zwei Dinge achten. Zum einen auf die Holzart. Je leichter ein Holz ist, desto schneller und heißer brennt es in der Regel. Mit leichten Nadelhölzern wie Fichte oder Tanne kann man schnell anheizen, hat aber durch die raschere Verbrennung auch einen höheren Verbrauch. Schwerere Laubhölzer wie Buche, Eiche oder Ahorn halten länger durch. Bei Holzhändlern kann man in der Regel bestimmte Holzsorten bestellen, es wird aber auch preisgünstiges Mischholz angeboten. Schauen Sie dabei genau hin, denn hier ist der Anteil der schnell wegbrennenden leichten Hölzer oft sehr hoch.

Dass leichtes Holz billiger zu haben ist, liegt auch daran, dass Kaminholz meist nach Volumen verkauft wird. Üblich sind dabei zwei Maßeinheiten: Einmal der Raummeter – Kreuzworträtsel-Fans kennen den Fachbegriff Ster dafür. Ein Raummeter entspricht einem Kubikmeter sauber gestapeltem Holz. Angeboten wird jedoch auch Holz in sogenannten Schüttraummetern. Das entspricht lose geschüttetem Holz. Im Schüttraummeter ist deshalb mehr Luft und weniger Holz enthalten als im Raummeter. Achten Sie also neben der Holzsorte bei Preisvergleichen darauf, in welcher Einheit die Holzmengen angeboten werden. Darauf weist beispielsweise das Serviceportal Immowelt hin.

Mann beim Holzhacken
Grundsätzlich preisgünstiger ist es, sein Holz selbst zu gewinnen. Das bietet sich dann besonders an, wenn bewirtschafteter Wald in der Nähe ist. Beim zuständigen Forstamt erhält man eine Sammelerlaubnis, mit der man loses Holz auflesen kann. Dieser Holzsammelschein berechtigt allerdings nicht zum Schlagen von Bäumen. Dafür – soweit das im betreffenden Wald überhaupt möglich ist – benötigt man eine separate Genehmigung. Auch hierfür sind die Forstämter die ersten Anlaufstellen.

Broschürentitel
Etliche Behörden und Besitzer von Privatwäldern erwarten, dass man entsprechende Sachkunde nachweist, um zum einen die Unfallgefahr einzudämmen, zum anderen Schäden im Wald zu vermeiden. Halten Sie am besten Ausschau nach einem Kurs für einen sogenannten „Motorsägen-Führerschein“. Dort lernen Sie den Gebrauch von Werkzeug und Schutzausrüstung. Solche Veranstaltungen nennen wir auch immer wieder auf unseren Termin-Übersichten im Service-Bereich. Einige grundsätzliche Informationen zum Selbstschlagen von Holz finden Sie unter anderem in einer Broschüre des NRW-Umweltministeriums, die Sie als PDF herunterladen können.

Offener Kaminholz-Unterstand
Bis zur Gebrauchstauglichkeit muss frisch geschlagenes Holz mindestens zwei Jahre lang im Freien lagern. Erst dann ist es trocken genug für den Kamin. Damit das Holz trocknen kann, müssen natürlich zwei Bedingungen erfüllt sein: Es muss gut belüftet werden, und es darf nicht ständig darauf regnen. Beide Bedingungen lassen sich mit einem offenen Kaminholz-Schuppen erreichen. Solche Schuppen kann man als Bausatz kaufen, man kann sie allerdings auch leicht selbst konstruieren. Ein Beispiel für einen einfachen Garten-Unterstand finden Sie in unserem Know-how-Bereich ebenso wie eine Bauanleitung für einen Kaminholz-Schuppen.

Sinnvollerweise bringt man die Scheite vor dem Lagern auf die benötigte Größe. Dann hat das Holz im Verhältnis zum Volumen eine größere Oberfläche und trocknet deutlich schneller, als wenn man runde Stammabschnitte lagert. Ein offener Schuppen, auf dessen Längsseite der Wind entlang streichen kann, ist sehr günstig für die Lagerung. Allerdings sollte er mit dieser offenen Front nicht zur Wetterseite zeigen, sonst regnet es immer wieder aufs Holz. Wichtig ist auch, dass um das Holz herum Luft zirkulieren kann. Eine Handbreit Platz zum Boden und zu angrenzenden Wänden hin sollte man deshalb einplanen.

Trockenes, gebrauchsfertig angeliefertes Holz kann übrigens auch in der Garage oder im Keller gelagert werden. Voraussetzung ist natürlich, dass diese Räume trocken sind. Ob das Holz bereits trocken ist, können Sie übrigens am Klang erkennen: Schlagen Sie zwei Scheite locker gegeneinander. Je heller und „hölzerner“ es dabei klingt, desto trockener sind die Scheite. [ha]


Fotos: SXC, tdx/Hase, Otto
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