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Brennwertheizungen oft wenig effizient

Symbolfoto Haus mit Geldscheinen und Münzen

Brennwertheizungen besitzen unbestritten die Fähigkeit, zugeführte Energie besonders gut auszunutzen. Bedingung dafür ist aber auch die optimale Planung, Auslegung, Installation und Einstellung einer solchen Anlage. Dass damit längst nicht alles zum Besten steht, haben die Energieberater der Verbraucherzentralen herausgefunden: Bei der Untersuchung von rund 1000 Anlagen im Rahmen der Aktion Brennwertcheck zeigte sich nur jede dritte Brennwertheizung so sparsam, wie es Hersteller und Installateure versprechen. Dabei wäre in etlichen Fällen leicht Abhilfe zu schaffen.



Skala eines Termometers
Als besonders gravierenden Punkt sehen die Berater den Verzicht auf einen sogenannten hydraulischen Abgleich. Im Rahmen dieser vom Fachhandwerker durchgeführten Maßnahme werden die einzelnen Komponenten einer Heizanlage optimal aufeinander abgestimmt – Heizkörper, Pumpen und Rohrnetz lassen sich so einstellen, dass sie anschließend bis zu 10 Prozent weniger Heizenergie verbrauchen. Beim Brenntwertcheck mussten die Prüfer feststellen, dass nur bei 22 Prozent der Anlagen ein derartiger Abgleich stattgefunden hatte.

Zu den weiteren Kritikpunkten zählt das Fehlen eines Außentemperatur-Fühlers. Dadurch arbeiten die Anlagen häufig mit zu hohen Temperaturen, was für die Brennwertnutzung ungünstig ist. Ebenfalls verbrauchserhöhend wirkte eine schlecht eingestellt Nachtabsenkung, bei der die Temperatur zu schwach abgesenkt wurde oder die Absenkzeit zu kurz war, um nennenswerte Einsparungen zu erzielen. Bei 9 Prozent der Anlagen war überhaupt keine Nachtabsenkung eingestellt.

Direkte Wärmeverluste in der Anlage waren bei der Hälfte der untersuchten Heizungen durch zu schwach dimensionierte, lückenhafte oder vollständig fehlende Rohrisolierungen festzustellen. Das führt zur unnötigen Energieverschwendung, wenn Rohre in eigentlich unbeheizten Räumen wie Kellern, Dachböden oder Treppenhäusern Wärme abgeben.

Große Gasflamme
Andere Fehler bei Planung und Einbau sind nicht so einfach auszugleichen. So schien bei ungefähr der Hälfte der Heizungsanlagen der Gedanke „Viel hilft viel“ Pate gestanden zu haben – sie waren schlicht überdimensioniert. Das beeinträchtigt zwar nicht die Brennwertnutzung, kann aber zu erhöhtem Verschleiß durch häufigere Brennerstarts führen. Außerdem verursachen sie Mehrkosten beim Kauf und in Versorgungstarifen, bei denen zur Berechnung der Grundgebühr die Kesselleistung mit herangezogen wird.

Alles in allem ergaben sich beim Brennwertcheck zahlreiche Ansätze zur Verbesserung der Energieausnutzung. Hausbesitzer sollten deshalb – soweit noch nicht geschehen – als wichtigste Maßnahme einen hydraulischen Abgleich durchführen lassen. Zudem sind die Rohre lückenlos zu isolieren, was Heimwerker problemlos auch in Eigenleistung durchführen können. Im Rahmen der empfehlenswerten jährlichen Inspektion der Heizung lohnt es sich auch, die eingestellte Heizkurve und die Nachtabsenkung überprüfen und gegebenenfalls korrigieren zu lassen. Auch ein Außentemperaturfühler lässt sich bei etlichen Anlagen nachrüsten.

Wenn Sie sich für die detaillierten Ergebnisse interessieren, können Sie sie beim Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) als PDF herunterladen. Die Verbraucherzentralen bieten zudem herstellerunabhängige Energieberatungen an. Informationen dazu finden Sie auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de. [ha]


Fotos: Margot Kessler/pixelio.de, mgf
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