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TÜV-Tipps: Kindermöbel selbst bauen

Kinderzimmer-Einrichtung

Für engagierte Hobbytischler stellen sich viele interessante Aufgaben, sobald sich eigener Nachwuchs ankündigt oder wenn Enkel, Nichten und Neffen Spielgeräte oder Möbel für ihr Zimmer brauchen. Bei allem Enthusiasmus sollte man allerdings die Sicherheit der Kinder nicht außer Acht lassen – darauf weist der TÜV Rheinland hin. Beim Selbstbau von Kindermöbeln gilt es manches an Sicherheitsvorkehrungen zu beachten, die bei Möbeln für Erwachsene meist eine geringere Rolle spielen. Hier einige wichtige Tipps zum Thema.



Hobel bei der Kantenbearbeitung
Grundsätzlich sinnvoll, bei Kindermöbeln aber besonders wichtig ist das Entschärfen von Kanten. Sie schaffen ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko und müssen deshalb gebrochen werden. Das kann man mit einem Schleifgerät wie einem Exzenterschleifer rasch erledigen, mit einem Hobel oder auch mit Feile bzw. Raspel. Dabei muss keine Rundung mit großem Radius eingearbeitet werden – es reicht, wenn die Kante stumpf wird.

Achten Sie dabei jedoch immer auch auf konstruktive Anforderungen: Kanten, die innerhalb von Holzverbindungen formschlüssig an anderen Holzteilen anliegen, sollten in der Regel scharfkantig bleiben. Das ist unter Sicherheitsaspekten auch kein Problem, denn an dieser Stelle bilden sie natürlich keine Gefahrenquelle, da sie nicht berührbar sind.

Verzichten Sie zudem auf alle Elemente, in denen sich Kinder verheddern oder mit denen sie sich im schlimmsten Fall sogar strangulieren könnten. Schnüre, Seile oder Schlaufen aller Art haben an Möbeln fürs Kinderzimmer nichts verloren. Je kleiner die Kinder sind, desto wichtiger ist diese Regel.

Geschützt werden muss der Nachwuchs auch vor dem Abstürzen. Das fängt bereits beim Wickeltisch an: Hier muss eine ausreichend hohe Barriere verhindern, dass die Kinder vom Tisch rollen können. Die Kleinen sind schon sehr früh sehr agil, dessen sollte man sich stets bewusst sein. Und: Auch eine stabile Barriere entbindet nicht von der eisernen Regel „Beim Wickeln immer eine Hand am Kind halten!“

Gitterbett mit Holzstäben
Barrieren spielen auch beim Bett eine Rolle. Sowohl Säuglingsbetten als auch Hochbetten für ältere Kinder brauchen ein Geländer, das gegen das Herausfallen im Schlaf schützt. Oft sind diese Geländer als Gitter ausgeführt. Die Stäbe dieser Gitter liegen sinnvollerweise 45 bis 65 mm auseinander, dann passt ein Kinderkopf in keinem Fall hindurch. Zusätzlich muss das Gitter so stabil sein, dass sich die Sprossen nicht auseinander biegen lassen, um Kopf oder Rumpf hindurchzuzwängen.

Der TÜV kontrolliert solche Gitter mit einem Prüfzylinder (65 mm dick, 3 kg schwer), der auf das waagerecht aufgebockte Gitter gelegt wird. Die Stäbe dürfen den Zylinder nicht durchlassen. Wenn Sie eine entsprechend dickes und ausreichend langes Stück Kunststoffrohr mit Sand füllen, können Sie diesen Test sogar zu Hause nachvollziehen.

Was für Gitter an Betten gilt, gilt natürlich gleichermaßen für Absperrgitter an Durchgängen und Treppen oder für die Einfassung von Laufställen.

Zu beachten ist besonders in Kinderzimmern zudem die Kippsicherheit von Möbeln. Gefährlich werden können vor allem Regale, aber auch Sideboards oder kleinere Schränkchen. Rechnen Sie damit, dass Kinder sich an solchen Möbeln hochziehen oder daran auch Kletterversuche unternehmen. Auf der sicheren Seite sind Sie deshalb, wenn Sie die Möbel an der Wand fixieren. In Baumärkten und in Möbelhäusern gibt es für solche Fälle problemlos zu verarbeitende Kippsicherungen zu kaufen.

Hand mit Pinsel
Zu guter Letzt gilt es noch einen Blick auf die verwendeten Materialien zu werfen. Die meisten Naturhölzer sind für Kinder ungefährlich. Problematisch werden hier eher Farben und Lacke. Sie sollten darauf achten, dass bei Anstrichmitteln Schweiß- und Speichelechtheit nach DIN V53160 und damit die Eignung für Kinderspielzeug garantiert werden. Beim Bau verwendete Werkstoffplatten oder Textilien sollten außerdem schadstofffrei sein.

Noch ein weiterer Tipp: Kommen Sie einmal bei der Konstruktion eines Möbels nicht weiter oder sind nicht sicher, ob eine bestimmte Verbindung oder Materialstärke ausreicht, dann unternehmen Sie einfach einen Ausflug in ein gut sortiertes Möbelhaus, das hochwertige Markenmöbel für Kinder anbietet. Dort können Sie sich so manchen Profi-Kniff abschauen. Besonders gutes Anschauungsmaterial sind dabei Möbel, die ein GS-Zeichen oder das Siegel eines Prüfinstituts wie des TÜV tragen.

Und wer weiß: Vielleicht finden Sie beim Händler ja auch ein Stück, das Ihre selbst entworfenen Einrichtungs-Ideen perfekt ergänzt. [ha]


Fotos: SXC, Rainer Sturm/pixelio.de,Thomas Siepmann/pixelio.de
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