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So geht’s: Baumhaus selbst bauen

Zwei Jungen auf der Plattform eine Baumhauses

Baumhäuser und Stelzenhäuser sind für Kinder wahre Spiel-Paradiese: ein eigenes Reich mitten in der Natur, fernab von Eltern und Alltags-Stress, Ausguck und Festung zugleich – eben ein Platz für echte Abenteuer. Sagten wir eben Kinder? Stimmt schon, aber das ist nur die halbe Wahrheit: Auch Erwachsene sind von Baumhäusern begeistert. Das fängt bei der Auswahl des passenden Baums an, geht über die Planung und den Bau, und manche Großen errichten auch gleich eine Konstruktion, die sie selbst nutzen können. Was bei Planung und Bau eines Baumhauses grundsätzlich zu beachten ist, haben wir hier zusammengestellt.



Baumhaus mit Wendeltreppe in einem alten hohen Baum
Schon die Planung sollte man mit Ruhe und Sorgfalt angehen. Am besten holt man die Kinder dazu, denn in der Regel nutzen sie das Baumhaus später und haben ihre eigenen Vorstellungen davon, was es bieten soll. Außerdem bringen sie oft genug Ideen ein, auf die Erwachsene nicht kommen würden. Wenn sich in dieser Phase die Fantasie der Kinder und der Realismus ihrer Eltern ergänzen, kommt die Sache mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem guten Ergebnis.

Bevor das Haus skizziert wird, muss der passende Baum gefunden werden. Dann kann man die Konstruktion gleich an die individuelle Form der natürlichen Stütze anpassen. Es versteht sich, dass der Baum gesund und tragfähig sein muss. Für die Unterstützung des Baumhauses sind zwei starke Äste auf gleicher Höhe oder eine Stammgabelung ideal. Diese Voraussetzung erfüllen meist Laubbäume. Buchen, Eichen, Platanen, Kastanien und Nussbäume, aber auch Apfel-, Kirsch- oder Birnbäume kommen in Frage.

Je nach dem Alter der Kinder kann der Bau eher in Bodennähe oder höher im Baum geplant werden. In der Höhe, in der sich die Plattform des Hauses befinden wird, sollte der Stamm in jedem Fall einen Umfang von 80 cm oder mehr aufweisen, das entspricht etwa einem Durchmesser von mindestens 25 cm.

Natürlich findet sich nicht in jedem Garten ein geeigneter Baum. Vor allem in Neubaugebieten sind ältere und damit ausreichend tragfähige Baumbestände oft Mangelware. In diesem Fall kann das Spielhaus auch auf Stelzen errichtet werden – entweder mit mehreren Stützpfosten oder auch mit einem ausreichend dicken zentralen Pfahl. Das wirkt dann zwar nicht ganz so naturverbunden, dafür lässt sich die Stützkonstruktion meist einfacher aufbauen.


Die Konstruktion der Basis


Detail der Plattform
Ist der Baum bestimmt oder ein Tragegerüst entworfen, kann es ans Skizzieren und nach dem Zusammentragen aller Ideen an die Ausarbeitung einer detaillierten Konstruktionszeichnung gehen. Die Plattform des Baumhauses liegt auf den Ästen auf. Am einfachsten lassen sich hier Rundhölzer verarbeiten, die man auf den Ästen verschraubt. Dafür verwendet man Edelstahlschrauben. Schonender für den Baum ist das Fixieren mit kräftigen Seilen. Allerdings sollte man dann ein verrottungsfestes Material verwenden, nicht am Seil sparen und sich vorab über die geeignete Seilführung und Verknotung informieren – die Verbindung darf sich durch die Belastung später keinesfalls lösen.

Sinnvoll ist es übrigens auch, die Traghölzer diagonal am Baum abzustützen, das geschieht ebenfalls mit Rundhölzern. Beim Bau müssen Sie sorgfältig arbeiten und vor allem immer wieder die Waagerechte überprüfen. Sie ist wichtiger als eine regelmäßige Kontur der Plattform. Dimensionieren Sie die Hölzer lieber großzügiger als zu knapp und denken Sie bei der Konstruktion immer daran, dass es um die Sicherheit Ihrer Kinder geht. Wichtig: Das Gewicht der Bodenplatte muss gleichmäßig auf die Unterkonstruktion verteilt und abgestützt werden. Eine konkrete Empfehlung für die genaue Konstruktion oder die Dimensionierung der Einzelteile können wir hier nicht geben, da sie immer auch vom jeweiligen Baum abhängen.


Bodendielen befestigen


Auf die Hölzer schrauben Sie Bodendielen. Sie sollten ebenso wie die Traghölzer aus möglichst widerstandsfähigem, also wetterfestem Holz bestehen. In der Regel kann man davon ausgehen, dass für Terrassen geeignete Materialien auch in einem Baumhaus verwendet werden können. Lassen Sie sich dazu am besten im Holzhandel beraten. Die Bretter werden (wie beim Bau einer Terrasse) mit einer Fuge verlegt. 5 mm reichen hier aus. Dann kann Wasser ungehindert nach unten abfließen, wenn es einmal hereinregnen sollte. Beim Verschrauben verwenden Sie am besten passende Holzplättchen oder Keile als Abstandhalter, die bei jeder Reihe wieder verwendet werden können.

Die Spannweite zwischen den Traghölzern richtet sich nach Material und Dicke der Bretter. Am besten probieren Sie das mit zwei Kanthölzern und ein paar Brettern aus, die Sie am Boden auslegen. Lassen Sie die Kinder darauf herumspringen oder steigen Sie selbst darauf. Wenn das Ganze eine grundsoliden Eindruck macht, stimmt der Abstand, wenn sich die Bodenbretter deutlich durchbiegen oder gar geräuschvoll protestieren, sollten Sie den Abstand der Kanthölzer verringern, bis Sie ein geeignetes Maß gefunden haben.


Wände bauen


Die Wände werden mit Hilfe von Ständern konstruiert. Das sind Kanthölzer, die man auf der Bodenplatte verschraubt, am besten mit rostfreien Stahlwinkeln. Bei Stelzenhäusern ohne tragenden Baum kann man die Stützen, die auf frostfrei gegründeten Punktfundamenten stehen sollten, alternativ auch gleich so weit hochziehen, dass sie auch die Beplankung der Wände halten. Für die Wände kann man Bretter auf den Stützen verschrauben oder Füllungen aus Plattenware dazwischen setzen. Berücksichtigen Sie dabei Fensteröffnungen und (sofern der Zugang nicht von unten durch eine Luke erfolgt) eine Tür. Offene Wandflächen sichert man mit einem Geländer, das mindestens 75 cm hoch ist und dessen senkrechte Streben maximal Abstände von 10 cm aufweisen. Auf waagerechte Streben verzichten Sie besser, damit kleinere Kinder das Geländer nicht überklettern.


Dach und Zugang


Freistehendes Stelzenhaus
Auf die oberen Enden der Wandstützen setzen Sie eine umlaufenden Rahmen aus Kanthölzern. Er sorgt für zusätzliche Stabilität und bietet ein Auflager für das Dach. Das Dach konstruiert man mit Sparren aus Kanthölzern. Besonders professionell wird die Sache, wenn man die Sparren für eine zimmermannsmäßige Verbindung so ausklinkt, dass man sie mit diesen Kerben auf den obere Rahmen setzen und dort zusätzlich verschrauben kann.

Decken können Sie das Dach mit Brettern oder Dachlatten, auf die Bahnen aus Bitumenpappe oder auch Bitumenschindeln genagelt werden. Wichtig ist aus Gründen des konstruktiven Holzschutzes, dass das Dach eine ausreichende Neigung besitzt (30° sollten es in der Regel mindestens sein) und auch einen weiten Überstand aufweist – dann läuft Regenwasser zuverlässig ab und die Wände sind besser vor dem Wetter geschützt.

Für den Zugang zum Baumhaus können Sie eine Leiter oder eine Treppe bauen. Das empfiehlt sich aber nur dann, wenn Sie Erfahrung damit haben, da man beim Bau von Steighilfen viel falsch machen kann. Sicherer ist es, solche Teile zu kaufen oder vom Fachmann anfertigen zu lassen. Liegt das Baumhaus nicht zu hoch und sind die Kinder alt und kräftig genug, kann der Zugang auch über eine Strickleiter erfolgen. Die kaufen Sie in jedem Fall fertig und achten darauf, dass sie für die Verwendung außen geeignet ist und dass Sie sie fachgerecht befestigen. Für den Fall der Fälle sollte der Boden unterhalb des Baumhauses übrigens ausreichend stark mit Sand, Mulch oder anderen nachgiebigen Materialien bedeckt sein, um die Folgen eines Sturzes zu mildern.

Tipp: Sicherheit geht vor!


  • Fühlen Sie sich an irgendeinem Punkt der Konstruktion nicht sicher, ziehen Sie einen erfahrenen Holzbauer hinzu.
  • Arbeiten Sie sorgfältig und konstruieren Sie genau. Sie sind später für das Baumhaus und dessen Standfestigkeit verantwortlich.
  • Prüfen Sie auch nach dem Bau regelmäßig alle Verbindungen und Materialien auf Verrottung oder Rost. Tauschen Sie durch Feuchtigkeit geschädigte Holz- und Metallteile rechtzeitig aus.
  • Denken Sie bei allem, was Sie tun, daran, dass Sie Ihre Kinder und deren Gesundheit nicht gefährden.


Alternative zum Do-it-yourself


Baumhaus-Schlafzimmer für Erwachsene
Fühlen Sie sich nicht fit genug in der Holzbearbeitung, um ein Baumhaus vollständig selbst zu planen und zu bauen, können Sie auch auf vorkonstruierte Bausätze zurückgreifen, die Sie dann nach Anleitung montieren. Davon finden sich bei der Internet-Recherche eine ganze Reihe.

Oder Sie lassen sich das Baumhaus individuell vom Fachmann bauen. Einige interessante Informationen und Fotos dazu finden Sie beispielsweise auf der Seite www.baumhaus-paradies.com. Dort sind auch Baumhäuser für die ganze Familie zu sehen – recht eindrucksvoll, wie wir finden. [ha]


Fotos: tdx/baumhaus-paradies.com
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